Erfahrungsbericht
Zwischen Rocky Mountains, Saisonjobs und neuen Freundschaften - Jana ist für ein Jahr in Kanada und hat Tipps für die Job- und Wohnungssuche für euch.
Janas Work&Travel Jahr in Kanada
Hi, ich bin Jana, 19 Jahre alt, und mache gerade ein Work & Travel Jahr in Kanada. Aktuell lebe ich in Banff, einem kleinen Ort mitten in den Rocky Mountains, und arbeite dort als Housekeeperin in einem Hotel. Davor bin ich durch Kanada gereist und habe verschiedene Saisonjobs gemacht.
Warum Kanada? Die Antwort war für mich eigentlich schon lange klar. Während meiner Schulzeit habe ich bereits drei Monate als Austauschschülerin in Québec verbracht. Seitdem hat mich das Land nicht mehr losgelassen. Besonders die Rocky Mountains haben mich auf Fotos von Freunden total begeistert. Irgendwann dachte ich mir: Da muss ich auch mal hin.
Viele fragen mich, ob man für Work & Travel eine Organisation braucht. Ich glaube, das hängt stark vom eigenen Typ ab. Wer gerne Sicherheit hat und einen festen Ansprechpartner für Fragen oder Probleme möchte, fühlt sich mit einer Organisation wahrscheinlich wohler. Ich selbst bin eher spontan, gehe gerne auf neue Menschen zu und organisiere vieles selbst. Auch um die Reisekasse zu schonen habe ich alles selbst organisiert. Wichtig: so früh wie möglich um das Visum kümmern, da die Plätze begrenzt sind.
Eine der größten Herausforderungen war definitiv die Jobsuche. Besonders in beliebten Orten wie Banff gibt es viele Bewerberinnen und Bewerber. Ich habe über 50 Bewerbungen geschrieben und musste einige Absagen einstecken, bevor ich meinen aktuellen Job bekommen habe. Mein wichtigster Tipp: Nicht aufgeben. Oft klappt es nicht beim ersten Versuch, aber mit etwas Geduld ergeben sich neue Möglichkeiten.
Außerdem solltet ihr offen für verschiedene Jobs sein. Vielleicht wird es nicht sofort der Traumjob im Skiresort, aber oft führen gerade unerwartete Stellen zu den besten Erfahrungen. Ich habe zum Beispiel auch als Tellerwäscherin in einem Hostel gearbeitet. Rückblickend war jede dieser Stationen wertvoll und hat mir neue Menschen, Geschichten und Perspektiven gebracht.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Unterkunft. In vielen Regionen Kanadas, besonders in beliebten Touristenorten, ist Wohnraum knapp und teuer. Sucht nach Jobs, bei denen eine Unterkunft für Mitarbeitende, sogenannte “staff accommodation” mit angeboten wird, die haben meist eine deutlich günstigere Miete. Allerdings ist man auch oft in Mehrbettzimmern untergebracht, Ohrstöpsel und Schlafmaske können hilfreich sein ;-)
Oft habe ich neue Freundschaften geschlossen, wenn ich alleine unterwegs war. Beim Wandern habe ich beispielsweise andere Alleinreisende angesprochen, um nach dem Weg zu fragen oder ein Foto machen zu lassen. Nicht selten wurden daraus gemeinsame Wanderungen und richtig gute Gespräche. Genau solche Momente zeigen mir immer wieder, wie viel man gewinnt, wenn man offen auf andere zugeht. Man kann aber auch gut Leute in Hostels kennenlernen, über Facebook-Gruppen oder lokale (Sport-)Vereine.
Natürlich lief nicht immer alles perfekt. Ich habe Absagen bekommen, musste meine Pläne mehrmals ändern und hatte sogar mit einem kaputten Handy sowie gehackten Kreditkarten zu kämpfen. Solche Situationen sind im ersten Moment stressig, aber sie machen einen auch selbstständiger und zeigen, dass man oft viel mehr bewältigen kann, als man sich vorher zutraut.
Wenn ich anderen einen Rat für ihr eigenes Auslandsabenteuer geben dürfte, wären es diese drei Dinge: Schließt eine gute Auslandskrankenversicherung ab, nehmt mehrere Debit- oder Kreditkarten mit und bleibt offen für neue Menschen und Erfahrungen. Gerade die unerwarteten Situationen werden am Ende oft zu den schönsten Erinnerungen.
Für mich hat sich der Schritt ins Ausland auf jeden Fall gelohnt. Ich habe nicht nur Kanada entdeckt, sondern auch viel über mich selbst gelernt. Wer mit dem Gedanken spielt, ins Ausland zu gehen, dem kann ich nur sagen: Traut euch. Es muss nicht alles perfekt geplant sein. Man wächst mit jeder Herausforderung – und erlebt dabei Dinge, die man nie vergessen wird.