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Möglichkeiten für U18-Jährige: Freiwilligendienste

Möglichkeiten für U18-Jährige

 

Ihr seid noch nicht volljährig und möchtet gerne ins Ausland? Wir möchten euch auf dieser Seite einige Auslandsmöglichkeiten vorstellen, die auch unter 18 Jahren möglich sind.

  1. Jugendbegegnungen
  2. Workcamps
  3. WWOOF
  4. Freiwilligendienste
  5. Jobben
  6. Praktika
  7. Sprachkurse
  8. Gastfamilienaufenthalte
  9. Reisen
  10. Ferienfreizeiten

    Freiwilligendienste

    Es gibt verschiedene Freiwilligendienst-Arten, die für Minderjährige mehr oder minder gut geeignet sind. Zunächst unterscheidet man zwischen gesetzlich geregelten Freiwilligendiensten und nicht-geförderten Freiwilligendiensten.

    Die gesetzlich geregelten Freiwilligendienste werden bis zu einem gewissen Grad gefördert und unterliegen festen Vorgaben, z.B. müssen teilnehmende Organisationen zunächst anerkannt werden. Häufig handelt es sich bei gesetzlich geregelten Freiwilligendiensten um sogenannte Langzeitfreiwilligendienste. Das heißt, dass man als Freiwillige(r) für mindestens 6 Monate in einem Projekt arbeitet und somit sowohl einen guten Einblick in die Arbeit als auch in das Land und die Leute des Gastlandes bekommt.
     
    Nicht-geförderte Freiwilligendienste sind grundsätzlich mit (hohen) Kosten verbunden. Die Länge des Auslandseinsatzes ist variabel und kann somit frei gestaltet werden. Wichtig ist, stets im Einzelfall zu überprüfen, ob das Angebot angemessen und passend ist. Hilfreich ist auf jeden Fall immer die Orientierung an Qualitätskriterien (z. B. www.quifd.de). Außerdem sollte man genau schauen, ob die Angebote passen und nicht eventuell zu einer Überforderung der Jugendlichen führen. Nach Anbietern von nicht-geförderten Freiwilligendiensten kann in unserer Programmdatenbank gesucht werden.

    Gesetzlich geregelte Freiwilligendienste

    Theoretisch ist es zwar möglich, an verschiedenen Freiwilligendienstprogrammen schon ab 17 Jahren (oder sogar ab Vollendung der Vollzeitschulpflicht) teilzunehmen. Dies ist im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD), des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) bzw. des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) und des Anderen Dienstes im Ausland (ADiA) möglich. In der Praxis ist es aber ein absoluter Ausnahmefall, dass minderjährige Freiwillige entsandt werden. Es fehlen schlichtweg Organisationen, die bereit sind Minderjährige zu entsenden bzw. aufzunehmen. Gründe dafür sind der höhere organisatorische Aufwand für die Entsende- und die Aufnahmeorganisation, die Tatsache, dass die Aufsichtspflicht für den Jugendlichen oder die Jugendliche gewährleistet sein muss und die Tatsache, dass sich viele Projekte nicht für Minderjährige eignen.

    Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Besonders im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD) gibt es einige Organisationen, die bereit sind, Jugendliche ab 17 Jahren zu entsenden und den größeren Aufwand auf sich zu nehmen:

    • Paritätische Freiwilligendienste Sachsen gGmbH

      Auch die Organisation Paritätische Freiwilligendienste Sachsen entsendet Jugendliche ab 17 Jahre. Dabei ist ihnen insbesondere eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern der/des Freiwillige(n) wichtig. Es wird dann speziell eine Einsatzstelle ausgewählt, die für eine(n) minderjährige(n) Freiwillige(n) geeignet ist.

      Kontakt
      Gernot Mosig
      E-Mail: gmosig@parisax-freiwilligendienste.de
      Tel: 0351 - 49 166 62
      www.parisax-freiwilligendienste.de

    • DRK in Hessen Volunta gGmbH

    Volunta gGmbH ermöglicht Freiwilligen ab 16 Jahren die Teilnahme am Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) mit ausgesuchten Partnerorganisationen und passenden Projekten, z.B. in Bolivien, Spanien und Rumänien.

    Volunta ist der Träger für Freiwilligendienste des Deutschen Roten Kreuzes in Hessen. Somit ist das Unternehmen Teil dieser humanitären Organisation und weltanschaulich sowie politisch neutral.

    Kontakt
    DRK in Hessen Volunta gGmbH
    Abraham-Lincoln-Straße 7 | 65189 Wiesbaden
    E-Mail: weltweit@volunta.de
    Tel: 0611-9524 9000
    www.volunta.de
    www.facebook.de/volunta

    • Der Deutsch-Französische Ökologische Jugendfreiwilligendienst

      Der Deutsch-Französische Ökologische Jugendfreiwilligendienst wird im Rahmen von IJFD sowie vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW, www.dfjw.org) gefördert. Um teilzunehmen solltet ihr volljährig sein. In Ausnahmefällen und bei bestimmten Einsatzstellen ist es aber möglich, dass Jugendliche- auch wenn sie noch nicht 18 Jahre alt sind- einen Platz bekommen können. 
      Mehr Infos unter: www.foej-rlp.de

    Manche Organisationen entsenden auch 17-jährige Jugendliche, wenn diese in den ersten drei Monaten des Auslandsdienstes 18 Jahre alt werden. Wenn ihr also in der Situation seid, demnächst 18 Jahre alt zu werden, lohnt sich der Anruf bei:

    Es ist möglich verschiedene Freiwilligendienstprogramme miteinander zu kombinieren. Beim EFD ist es beispielsweise so, dass er von Jugendlichen nur ein Mal absolviert werden kann, andere geförderte Freiwilligendienste aber zusätzlich gemacht werden können. Der IJFD ist mit allen geförderten Freiwilligendiensten kombinierbar. Jugendliche können z.B. 6 Monate ein FSJ im Inland machen und danach den IJFD absolvieren. Auch das FSJ / FÖJ kann nur ein Mal absolviert werden. Der EFD und der entwicklungspolitische Freiwilligendienst "weltwärts" können noch zusätzlich gemacht werden. Infos zur Kombinierbarkeit mit dem kulturellen Freiwilligendienst "kulturweit" finden sich unter www.kulturweit.de > Bewerbung > Voraussetzungen.

    Nicht-geförderte Freiwilligendienste

    Es gibt auch kommerzielle Anbieter, die minderjährige Freiwillige in Projekte ins Ausland entsenden. Diese Angebote sind aber meistens mit sehr hohen Kosten verbunden. Im Gegensatz zu geregelten Freiwilligendiensten werden die Jugendlichen von kommerziellen Anbietern während ihres Auslandsaufenthaltes auch nicht zwingenderweise pädagogisch begleitet. VORSICHT gilt besonders bei kurzfristigen (z. B. vierwöchigen) sozialen Projekten im Ausland:

    Eurodesk rät generell von kurzfristigen sozialen Projekten (speziell von der Arbeit mit Kindern) in den sogenannten Entwicklungsländern ab. Viele Kinder können sich auf die ständig wechselnden Freiwilligendienstler nicht einlassen oder sie bauen Beziehungen zu ständig wechselnden Bezugspersonen auf, von denen sie sich in kurzen Abständen- oft schmerzvoll- wieder trennen müssen. Die Freiwilligen werden mit ihren, zwar positiven, aber oft unrealistischen Erwartungen, z. B. das Leben der Kinder zu verbessern, enttäuscht. In der Regel  wird die Hilfe der Freiwilligen in diesen Projekten vor Ort eigentlich gar nicht gebraucht, zumal die Freiwilligen meist keinerlei Ausbildung haben, um gezielt eingesetzt zu werden. Zudem ist der Aufenthalt meist viel zu kurz.

    In solchen Projekten geht es häufig eigentlich nur um Geld, das größenteils die deutsche Entsendeorganisation bekommt. Es empfiehlt sich daher nachzufragen, wie viel Geld die Organisation vor Ort für die Aufnahme eines Freiwilligen bzw. für das Projekt selber bekommt (z. B. ein Waisenhaus). Jugendliche, die sich für kurzfristige soziale Projekte in den sogenannten Entwicklungsländern interessieren, sollten sich zumindest darüber im Klaren sein, dass die Freiwilligen sich eher selber "helfen", z. B. durch die Aufbesserung des eigenen Lebenslaufes, die Verbesserung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse, durch interkulturelle Kompetenzen etc. Für die Kinder und Jugendlichen vor Ort bestehen insbesondere Risiken von Entwicklungs- und Bindungsstörungen.

    Hintergründe und Risiken des Voluntourismus sowie Empfehlungen für Reisende finden sich in der Broschüre "Vom Freiwilligendienst zum Voluntourismus". Einen guten Eindruck in diese Problematik bietet folgender Film: www.ardmediathek.de/das-erste/panorama/abiturienten-als-entwicklungshelfer-sinnlose-kurztrips-ins?documentId=18751184.

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