Gastfamilien- und Farmaufenthalte

Gastfamilien- und Farmaufenthalte werden immer beliebter. Bei einem solchen Aufenthalt erlebt ihr das Familien- und Arbeitsleben in einem Land hautnah mit. Außerdem könnt ihr eure Fremdsprachenkenntnisse auf die Probe stellen.

    Gastfamilienaufenthalte (Homestay)

    Gastfamilienaufenthalte sind in den meisten Fällen mit Programmen wie Schulaufenthalten, Sprachkursen oder einer Au-pair-Tätigkeit verbunden. Aber auch darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, für einige Zeit bei einer Gastfamilie zu leben. Bei "reinen" Gastfamilienaufenthalten ist die Dauer meistens auf ein paar Wochen beschränkt. Wenn ihr euch für einen Gastfamilienaufenthalt entscheidet, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, dass ihr am normalen Tagesablauf teilnehmt. Da wird es auch Zeiten geben, in denen ihr euch selbständig beschäftigen müsst, da eure Gastfamilie nicht 24 Stunden am Tag für euch zur Verfügung stehen kann. Bei der Organisation eines Gastfamilienaufenthaltes gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, mit stark variierenden Kosten:

    • Private Kontakte: wenn private Kontakte, z.B. durch Bekannte, Freunde oder Städtepartnerschaften bestehen, können die Kosten für den Aufenthalt sehr gering gehalten werden.
    • Vermittlung über eine Organisation: Bei der Vermittlung eines Gastfamilienaufenthalts durch eine Organisation gibt es zwei verschiedene Arten. Zum einen gibt es die Möglichkeit eines Austausches mit Gegenbesuch, bei dem dann neben den Reisekosten kaum weitere Kosten entstehen. Zum anderen kann man sich auch als zahlender Gast bei einer Familie aufhalten.
    • Gastfamiliendatenbanken: Bei der Suche einer Gastfamilie über eine Datenbank gibt es Familien, die jungen Leuten freie Kost und Logis gewähren, wenn sie im Gegenzug dazu im Haushalt helfen. Anderen Gastfamilien muss man monatlich oder wöchentlich einen bestimmten Betrag als eine Art Miete zahlen.
    • Kurzaufenthalte: Bei einem Kurzaufenthalt ist es möglich, bei einer Familie oder auch jungen Leuten zu übernachten, mit ihnen zu essen oder sich nur auf einen Stadtbummel mit ihnen zu verabreden. Hierbei entstehen keine Kosten, aber es wird gerne gesehen, wenn auch der Gast sich im Heimatland als Gastgeber anbietet.
    • Haustausch: Bei einem Haustausch kommt man zwar nicht mit dem Besitzer der Wohnung oder des Hauses selbst in Kontakt, da dieser sich gerade in der Wohnung des Tauschpartners aufhält, dennoch bietet dieses Programm die Möglichkeit, in die Lebensgewohnheiten eines anderen Landes hineinzuschnuppern und natürlich günstig Urlaub zu machen.

    Organisation von Gastfamilienaufenthalten durch private Kontakte

    Einen Gastfamilienaufenthalt zu organisieren, ohne die Vermittlung einer Organisation in Anspruch zu nehmen, ist nur dann möglich, wenn private Kontakte oder eine Städtepartnerschaft der Heimatgemeinde mit ausländischen Gemeinden bestehen.
    Nach Städtepartnerschaften könnt ihr auf der Internetseite des „Rates der Gemeinden und Regionen Europas“ suchen: www.rgre.de/rgre-partnerschaften. Eine bestehende Städtepartnerschaft garantiert jedoch nicht die Möglichkeit eines Gastfamilienaufenthalts. Bei Interesse solltet ihr euch an die zuständige Behörde der Gemeinde- oder Stadtverwaltung wenden.

    Private Kontakte könnt ihr auch über eine Brieffreundschaft aufbauen. Allerdings solltet ihr dabei bedenken, dass es einige Zeit braucht, ehe ihr eine Brieffreundin oder einen Brieffreund so gut kennt, dass auch ein privates Treffen möglich ist.

    Hier sind einige Links zu Internetseiten, auf denen ihr Brieffreunde weltweit finden könnt:
    www.europa-pages.com/penpal_form.html   
    www.studentsoftheworld.info
    www.interpals.net/language_exchange.php
    www.juju.cc

    Vermittlung von Gastfamilienaufenthalten über eine Organisation

    Austausch mit Gegenbesuch: www.rotary-jugenddienst.de  
    Neben Schuljahresaufenthalten bietet der Rotary Club auch verschiedene Formen des Kurzzeitaustauschs an. Darunter auch einen Familienaufenthalt, bei dem junge Leute zwischen 15 und 18 Jahren drei bis fünf Wochen bei einer Gastfamilie im Ausland verbringen können.

    Aufenthalt als zahlender Gast
    Einige Organisationen bieten die Vermittlung von Gastfamilienaufenthalten an. Bei dieser Vermittlung werden Programmkosten fällig. Wichtig ist, bei der Organisation nachzufragen, wie sich diese Kosten zusammensetzen. Teilweise erheben die Organisationen hohe Vermittlungskosten, obwohl die Gastfamilie sich ehrenamtlich, d.h. ohne Aufenthaltskosten, zur Verfügung stellt.   

    Bei der Auswahl eines Homestay-Programms solltet ihr euch im Vorfeld ebenfalls bei den Organisationen erkundigen, ob die zur Verfügung stehenden Gastfamilien ein echtes Interesse am Gast und am kulturellen Austausch haben oder lediglich als günstige Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Einige Anbieter findet ihr in unserer Programmdatenbank.

    Gastfamiliendatenbanken

    Neben der Vermittlung durch Organisationen und private Kontakte gibt es auch die Möglichkeit, über eine Datenbank eine Gastfamilie zu finden. Bei dieser Suche sollte man allerdings Vorsicht walten lassen. Teilweise suchen die Familien eine günstige Haushaltshilfe oder Kindermädchen. In diesem Fall solltet ihr euch besser an eine Au-pair Agentur wenden, da ihr als Au-pair neben Unterkunft und Verpflegung auch einen Lohn bekommt. 
    Im Gegensatz zu vermittelten Aufenthalten seid ihr bei einem selbst organisierten Aufenthalt meist nicht vertraglich abgesichert und bei Problemen auf euch allein gestellt.

    www.homestayweb.com
    Bei homestyweb.com ist die erste Registrierung kostenlos. Um E-Mails zu erhalten oder zu versenden, müsst ihr oder die Gastfamilie eine Gebühr von 10US$ für einen Monat zahlen. Es ist aber möglich, sich die Angebote vorher anzuschauen. Der Aufenthalt bei einer Gastfamilie kostet durchschnittlich im Monat zwischen 100 und 300€.

    www.worldhomestay.com
    Bei worldhomestay.com muss man eine Jahresmitgliedschaft von derzeit ca. 30US$ zahlen. Für einen Aufenthalt bei einer Gastfamilie zahlt man monatlich mehrere hundert Dollar.

    www.workaway.info
    Hier ist eine Gastgeberliste von ca. 500 Familien zusammengestellt. Diese Gastgeber bzw. Familien bieten freie Unterkunft und Verpflegung gegen Mitarbeit im Haus und Garten. Die Kontakte können gegen eine Anmeldegebühr von 18 € vermittelt werden.

    Haustausch

    Eine weitere Möglichkeit, einen Einblick in eine Kultur zu bekommen, ist der Haustausch. Dabei lernt man zwar eine Familie nicht direkt kennen, hat aber trotzdem die Möglichkeit, die Lebensumstände eines Landes zu erleben und dabei auch noch günstig Urlaub zu machen.

    www.casaswap.com
    CasaSwap ist ein internationales Netzwerk von Jugendlichen und Studierenden, dessen Mitglieder weltweit ihre Wohnungen zwischenvermieten oder tauschen können.

    www.haustausch.de
    Die Idee von Haustausch.de: Zwei Familien oder Urlaubssuchende tauschen für einen kurzen Zeitraum ihr Zuhause und verbringen den Urlaub kostengünstig im Land der Tauschpartnerin bzw.des Tauschpartners. INTERVAC International hilft bei der Vermittlung des Wohnungstausches.

    www.1sthomeexchange.com
    1st Home Exchange ist ein Internetportal auf dem man sich kostenlos registrieren kann und dann nach passenden Häusern/Wohnungen und Tauschpartner(inne)n suchen kann. Um die Kosten für einen Mietwagen im Urlaubsort zu sparen wird auch vorgeschlagen, die Autos zu tauschen.

    Farmaufenthalte (Farmstay)

    Bei einem Farmaufenthalt gibt es wie auch bei Gastfamilienaufenthalten unterschiedliche Formen. Im Angebot ist beispielsweise die Mitarbeit auf einer Farm, aber auch die Verbindung eines Farmaufenthalts mit einem Sprachkurs. Vielfach wird unter Farmaufenthalten bzw. Farmstays auch nur der Urlaub auf einer Farm verstanden.

    Jobben auf einer Farm
    www.wwoof.org
    Mit WWOOF (World-Wide Opprtunities On Organic Farms) könnt ihr gegen freie Unterkunft und Verpflegung auf Farmen weltweit mitarbeiten. Durch die gemeinsame Arbeit lernt ihr eure Gastgeber/-innen und andere Traveller besser kennen. Da ihr nur etwa 4 bis 6 Stunden täglich mitarbeiten müsst, habt ihr noch genug Zeit, das Land zu erkunden. Wer mitmachen will, wird gegen einen kleinen Betrag Mitglied bei WWOOF und erhält dafür eine Liste von Farmen, die Helfer/-innen suchen.

    Weitere Infos zum Jobben auf Farmen bzw. in der Landwirtschaft findet ihr in den Themeninfos „Jobben in Natur und Umwelt“.

    Farmstay mit Sprachkurs
    Bei diesen Angeboten handelt es sich um die Kombination zweier Programme. Generell wird hierbei zuerst der Sprachkurs absolviert (vielfach in einer Stadt) und im Anschluss daran erfolgt der Aufenthalt auf einer Farm, bei dem man teilweise in die täglichen Arbeiten mit eingebunden wird. Auf jeden Fall bleibt noch genug Zeit für Freizeitaktivitäten.

    www.farmstays.org/deutsch/home.htm
    Farmstay International bietet in Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika und mehreren lateinamerikanischen Ländern die Möglichkeit, an einem Sprachkurs teilzunehmen und anschließend auf einer Farm oder in einem Nationalpark zu arbeiten.
    Teilnehmer/-innen müssen bei der Ausreise mindestens 18 Jahre alt sein.

    www.intrax.de
    Die Organisation Ayusa-Intrax bietet Sprachreisen in Kombination mit Farmaufenthalten in Kanada an.

    www.canada-english.com
    Das Canadian College of English Language bietet neben Sprachkursen auch die Möglichkeit, einige Zeit auf einer Farm zu arbeiten. Preise müssen individuell erfragt werden.

    Farmstay ohne Sprachkurs
    www.amerikahaus.de/files_inhalte/02_u_u_dach/austausch/Homestay%20und%20Farmstay%20Nordamerika.pdf 
    Das Amerikahaus in München hat eine Übersicht über Home- und Farmstays in den USA und Kanada zusammengestellt.

    www.chileinside.cl/arbeiten-in-chile/farmstay/farm-stay-in-chile.html
    Chile Inside bietet die Mitarbeit auf einer Farm bei freier Unterkunft und Verpflegung an. Die Programmkosten liegen zwischen 365 und 475 € für zwei bis sechs Monate Aufenthalt.

    Weitere Organisationen, die Farmaufenthalte mit oder ohne Sprachkurs vermitteln, findet ihr in der Programmdatenbank.

    Erfahrungsberichte und Informationen
    Auf www.reisebine.de findet ihr allerlei Infos zu Farmstays in Australien.

    WWOOF: www.wwoof.de / www.wwoof.net
    World Wide Opportunities on Organic Farms (Wwoof) bietet Interessierten in vielen Ländern die Möglichkeit, bei freier Kost und Logis auf Biohöfen mitzuarbeiten. Es gibt teilweise eigene nationale WWOOF-Organisationen bei denen ihr Mitglied werden könnt, außerdem gibt es eine Liste von unabhängigen WWOOF-Höfen weltweit. Alle Informationen, Listen und nationalen Adressen findet ihr auf der zentralen Internetseite www.wwoof.net.

    Kurzaufenthalte

    Wer nicht unbedingt für längere Zeit bei einer Gastfamilie verbringen möchte, aber trotzdem Interesse am Kontakt mit Einheimischen hat, findet hier die unterschiedlichsten Möglichkeiten dafür. Vom Abendessen, über eine exklusive Stadtführung bis hin zur Übernachtung auf dem Sofa ist alles dabei.

    www.couchsurfing.com
    Das CouchSurfing ist eine gute Gelegenheit im Reiseland Leute kennen zu lernen und gleichzeitig auch eine günstige Unterkunft zu bekommen. Das Prinzip beruht auf Gegenseitigkeit, d.h. dass man auch selbst bereit sein sollte, jungen Leuten aus anderen Ländern seine Couch anzubieten.

    www.hospitalityclub.org
    Der Hospitalityclub bietet eine große Bandbreite von Möglichkeiten, mit Inländer(inne)n in Kontakt zu kommen, wobei jede/-r Gastgeber/-in und jeder Gast in einem ausführlichen Formular angeben kann, woran er oder sie interessiert ist. Dabei ist von einer Unterkunft über eine Stadtführung bis zu einem gemeinsamen Essen alles möglich. Die Registrierung als Mitglied ist kostenlos. Die Treffen finden auf privater Basis, aber nach den Regeln des Hospitaltityclubs statt.

    www.servas.de/cms/index.php?menuid=22
    Rund 18.000 Gastgeber/-innen bieten im Servas-Netzwerk weltweit Reisenden für zwei oder auch mehr Tage Unterschlupf und einen Einblick in die Landeskultur. Mit Hilfe einer sogenannten Hostlist des jeweiligen Landes fragt man vor der Reise die Gastgeber/-innen seiner Wahl an. Angaben über Alter, Beruf, Interessen, Fremdsprachenkenntnisse und Reiseerfahrungen der Gastgeber/-innen ermöglichen dabei eine Auswahl, die den eigenen Interessen entspricht.

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