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Unterstützerkreis & Co

Ein "Unterstützerskreis", auch "Unterstützungskreis", "Patenkreis", "Förderkreis", "Solidaritätskreis" oder "Spendenkreis" genannt, ist eine Finanzierungsmöglichkeit für Auslandsaufenthalte. Besonders im Rahmen teilgeförderter Freiwilligendienst-Programme werden die noch fehlenden Mittel häufig mithilfe eines Unterstützerkreises getragen.

Einen Unterstützerkreis aufzubauen bedeutet Geld zu sammeln, das der Finanzierung deines Auslandsaufenthaltes dient. Wie du dabei genau vorgehst, ist dir überlassen! In der Regel werden die meisten Gelder durch direkte Spenden oder durch die Einnahmen von selbstorganisierten Veranstaltungen oder Aktionen zusammen getragen. Besonders wenn du Veranstaltungen oder Aktionen für deinen Unterstützerkreis planst, ist aber deine Kreativität und dein Organisationstalent gefragt. In erster Linie geht es beim Aufbau des Unterstützerkreises selbstverständlich um die Finanzierung deines Auslandsaufenthaltes. Nebenbei bekommst du aber auch die Chance, viele Menschen an deinem Vorhaben teilhaben zu lassen und dir außerdem neue, praktische Fähigkeiten anzueignen!

Du möchtest einen Unterstützungskreis aufbauen und bist auf der Suche nach konkreten Informationen und Finanzierungsideen? Dann bist du hier genau richtig! Du kannst in unserer Broschüre "Unterstützerkreise & Co." (PDF 4,8 MB) oder hier auf der Seite stöbern.

  1. Begriffserklärung
  2. Hintergrund
  3. Spendensammeln
  4. Spendenläufe
  5. Benefizveranstaltungen
  6. Flohmarktaktionen/Verkaufsaktionen
  7. Rechtliches
  8. Die Broschüre

    Flohmarktaktionen und Verkaufsaktionen

    Wenn du Geld für deinen Unterstützerkreis einnehmen möchtest, indem du etwas verkaufst, dann musst du vorsichtig sein. Es gibt viele Richtlinien und Gesetze, die beachtet werden möchten, und insbesondere beim Verkauf von (Neu-)Waren gilt man für das Finanzamt sehr schnell als Unternehmer/-in.

    In jedem Fall gilt: Wenn du dir unsicher bist, ob du für deine Verkaufsaktion eine (Stand-)Genehmigung oder einen Gewerbeschein benötigst, dann wende dich an das Bürgerbüro in deiner Gemeinde.

    Wichtig: Wenn du eine Flohmarkt- oder Verkaufsaktion im Rahmen eines teilgeförderten Freiwilligendienstes organisieren möchtest, solltest du das in jedem Fall vorher ganz genau mit deiner Entsendeorganisation besprechen. Von Organisation zu Organisation kann die Herangehensweise an das Thema Unterstützerkreise, die Höhe der Eigenbeteiligung und auch die Unterstützungsmaßnahmen beim Aufbau eines Unterstützerkreises sehr unterschiedlich sein.

    Bevor du mit der Planung beginnst, solltest du dir 2 Fragen stellen:

    1. Was verkaufe ich?

    • Neuware: Wenn du Neuware verkaufst, bist du als Unternehmer/-in tätig und benötigst somit einen Gewerbeschein. Als Neuware gelten auch selbst hergestellte Dinge, z.B. selbstgestrickte Socken, Basteleien oder selbstgebastelter Schmuck. Selbstgemachte Ware oder Neuware zu verkaufen lohnt sich also nur wirklich, wenn du auch hohe Einnahmen erwarten kannst.

    • Gebrauchtware: Gebrauchte Ware (z.B. alte Bücher, Klamotten oder andere Dinge, die sich in Kellern oder auf Dachböden anhäufen) kannst du verkaufen ohne als Unternehmer/-in tätig zu werden - es sei denn, du machst regelmäßig großen Gewinn mit dem Verkauf von Gebrauchtware. Du bist also als Privatperson tätig und benötigst keinen Gewerbeschein.

    • Lebensmittel: Um Lebensmittel in der Öffentlichkeit zu verkaufen, benötigst du in der Regel ein Gesundheitszeugnis. Wenn du schon einmal in der Gastronomie gejobbt hast, müsstest du schon im Besitz eines Gesundheitszeugnis sein. Generell müssen bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln viele Regeln beachtet werden (Mehr unter “Lebensmittel”). Wenn du Lebensmittel auf privaten Veranstaltungen anbietest, müssen die Regeln nicht eingehalten werden. Wenn du Fragen hast oder unsicher bist, solltest du dich in jedem Fall an das Gesundheitsamt wenden.

     

    2. Wo verkaufe ich es?

    Am einfachsten ist es, wenn du Kontakt zu einer Schule oder einer sozialen, kulturellen, politischen oder kirchlichen Einrichtung suchst. Das kann zum Beispiel deine Entsendeorganisation sein. Wenn du ohnehin schon Mitglied in einem Sportverein/in einer Kirchengemeinde/... oder Schüler/-in an einer Schule bist, lohnt es sich, auch diese Einrichtungen mit in deine Pläne einzubeziehen. Wenn du nun zum Beispiel in deiner Schule einen Kuchenverkauf startest, dann benötigst du keine Genehmigung vom Ordnungsamt – die Einwilligung der Schulleitung ist ausreichend.

    Wenn du an einem öffentlichen Ort eine Verkaufsaktion machen möchtest, dann ist das etwas aufwändiger. In jedem Fall benötigst du eine Standgenehmigung vom Ordnungsamt. Außerdem kann es sein, dass du einen Gewerbeschein beantragen musst – das ist allerdings abhängig von der Ware, die du verkaufen möchtest.

     

    Beispiele von Verkaufsaktionen:

    1. Verkauf von Kuchen (oder anderen Lebensmitteln):

    Der Kuchenverkauf ist eine sehr gängige Art und Weise, um Geld für gemeinnützige Angelegenheiten zu sammeln. Besonders in Schulen, Kindergärten und Sportvereinen werden gern Kuchenverkäufe veranstaltet, um zusätzliches Geld für die Einrichtung zu bekommen.

    Bietet sich an

    • wenn du ohnehin schon ein Gesundheitszeugnis hast (das ist in der Regel der Fall, wenn du schon einmal in der Gastronomie gejobbt hast).

    • wenn du gerne kochst/backst (oder viele koch-/backwillige Bekannte und Verwandte hast).

     

    Vorteile:

    • persönlicher Kontakt zu potentiellen Spender(inne)n.

    • du kannst typische Kuchen (oder andere Speisen) deines Ziellandes verkaufen und damit dein Projekt noch weiter in den Mittelpunkt rücken.

     

    Nachteile:

    • eventuell viele Vorlagen, die eingehalten werden müssen.

     

    Rechtliches:
    Solange ein Kuchenverkauf auf der privaten Ebene stattfindet, ist kein großer organisatorischer Aufwand vonnöten. Vorausgesetzt, das Einverständnis der Besitzer/-in liegt vor, muss ein solcher Kuchenverkauf nicht weiter angemeldet werden. Nichtsdestotrotz sind die Grundlagen der Hygiene im Umgang mit Lebensmittel einzuhalten (Mehr unter “Lebensmittel”).

    Soll der Kuchenverkauf an einem öffentlichen Ort stattfinden (siehe “Öffentlichkeit”), ist es etwas schwieriger. Zuallererst benötigst du eine Standgenehmigung des zuständigen Ordnungsamtes. Wenn du deinen Kuchen auf einem Wochenmarkt verkaufen möchtest, benötigst du die Genehmigung des Marktbetreibers oder der Marktbetreiberin.
    Um Lebensmittel öffentlich zu vertreiben, ist außerdem ein Gesundheitszeugnis notwendig. Ein Gesundheitszeugnis bezeugt, dass du im ordentlichen Umgang mit Lebensmitteln geschult wurdest (Mehr unter “Lebensmittel”). Für einmalige, gemeinnützige Aktionen kann das Gesundheitsamt eine Ausnahme machen – das sollte man direkt mit dem zuständigen Gesundheitsamt klären.

     

    2. Onlineverkauf (z.B. über eBay, DaWanda,..):


    Bietet sich an

    • wenn du gerne bastelst, töpferst, strickst, nähst etc.

    • wenn du die Ware in großer Menge herstellen kannst.

    • wenn du ohnehin schon einen Gewerbeschein hast.

     

    Vorteile:

    • in deinem Profil des Onlinemarktplatzes (z.B. eBay) kannst du auf dein Projekt hinweisen und deinen Blog/deine Internetseite verlinken.

    • du kannst deine Ware von zuhause aus verkaufen – und zwar die ganze Zeit und nicht an einem bestimmten Termin gebunden.

    • genauso sind auch deine Kund(inn)en nicht an einen Termin gebunden, sie müssen nicht auf einen Flohmarkt gehen oder deinen Stand besuchen, um deine Ware zu kaufen.

     

    Nachteile:

    • du kannst deine Kund(inn)en nicht persönlich von deinem Projekt überzeugen, deine Ware selbst sollte also interessant genug sein.

    • Kosten für Verpackung und Versand.

     

    Rechtliches:
    Wenn du Ware “planmäßig und gegen Geld” anbietest, dann bist du als Unternehmer/-in tätig. Das ist auch der Fall, denn du Ware in Handarbeit selbst herstellt. Ob du Gewinn machst oder nicht, ist hierbei unwichtig – was zählt ist deine Absicht. Da es deine Absicht ist, die Ware gegen Geld zu verkaufen, bist du unternehmerisch tätig.

    Du benötigst also einen Gewerbeschein. Diesen bekommst du beim Amt/bei der Gemeinde und er kostet etwa 20 Euro (das ist aber von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich). Wenn du zusätzlich rechtlich gültige Rechnungen schreiben möchtest, benötigst du auch eine Steuernummer vom Finanzamt.

    Freie Künstler sind von der Gewerbeanmeldung befreit, müssen sich aber natürlich als solche beim Finanzamt anmelden. Allerdings solltest du dich bezüglich deiner Tätigkeit dennoch beim Amt melden, denn nur dort kann dir mit 100%tiger Sicherheit gesagt werden, ob du einen Gewerbeschein brauchst oder nicht.

    Online-Verkauf bietet sich bei Selbstgebasteltem also nur an, wenn du es in einem verhältnismäßig großen Stil machen kannst und gute Einnahmen erwarten kannst. Sonst lohnt sich der organisatorische Aufwand (Anmeldung eines Gewerbes etc.) nicht.

     

    3. Flohmarkt


    Rechtliches:
    Privatpersonen dürfen steuerfrei im Jahr 512 Euro Gewinn aus Flohmarktverkäufen machen. Gewinn ist, was vom Gesamtumsatz nach Abzug der Kosten für Flohmarktgebühren und anderes übrig bleibt. Falls die Gewinne die Höchstmarke übersteigen, muss ein Reisegewerbe angemeldet und die Einkünfte nachträglich versteuert werden. Aber: das gilt nicht für Gegenstände es täglichen Gebrauchs, wie Möbel, Kleidung oder Haushaltsgeräte. Wer also ab und zu den Inhalt seines Dachbodens zu Geld macht, muss sich keine Sorgen um Steuern machen.


    Flohmarktstand:

    Bietet sich an

    • wenn du deinen Keller/Dachboden entrümpeln möchtest.

    • wenn du Bekannte/Verwandte hast, die dir Flohmarktwaren spenden.

     

    Vorteile:

    • die Organisation des Flohmarkts ist schon erledigt, du musst dich lediglich anmelden und mit deinen Sachen anreisen.

    • besonders, wenn du einen schon etablierten Flohmarkt besuchst, kannst du dir sicher sein, dass viele Besucher/-innen erwartet werden – ganz ohne eigene Werbung.

     

    Nachteile:

    • in der Regel musst du eine Standgebühr zahlen.

    • dein Stand ist nur einer von vielen.

     

    Tipps:

    • Links: Unter www.marktcom.de oder www.flohmarktradar.de oder www.flohmarkt.de kannst du nach einem Flohmarkt/Trödelmarkt in deiner Nähe suchen.

    • Art des Flohmarkts: Es gibt allgemeine Flohmärkte, auf denen quasi alles verkauft werden kann und es gibt Themen-Flohmärkte (z.B. Antikmärkte, Kinderflohmärkte, Kleiderflohmärkte etc). Überlege vorher genau, welche Art von Flohmarkt für dich und (insbesondere) deine Ware in Frage kommt.

    • Verkaufsware: Ein Flohmarktbesuch lohnt sich natürlich nur, wenn du genügend interessante Ware zu verkaufen hast. Vielleicht lohnt es sich auch im Familien- und Freundeskreis nachzufragen, ob jemand etwas beizusteuern hat. Informiere dich vorher, wie viel die Ware noch in etwa Wert ist (z.B. über eBay). Wenn du mit dem Verkauf gerade einmal die Standgebühr raus bekommst, solltest du einen Flohmarktstand vielleicht überdenken.

    • Zeitplanung: Je nachdem wie beliebt der Flohmarkt ist, solltest du dich so früh wie möglich um einen Standplatz kümmern. Am Tag des Flohmarkts gilt: Je früher du vor Ort bist, umso besser gelegen ist dein Standplatz auf dem Gelände.

    • Größe des Standes: Überlege vorher genau, wie viele Standmeter du brauchst (meist zahlst du Standgebühr pro Meter). Wenn du deinen Stand mit deinen Waren nicht füllen kannst, sieht dein Stand nicht ansprechend aus. Dasselbe gilt für einen überfüllten Stand.

    • Ausstattung: Als Standtisch eignet sich am besten ein Tapeziertisch oder alternativ ein Biergarnitur-Tisch, der ist aber etwas kleiner. Denk an eine Plane, für den Fall, dass es regnen sollte.

    • Helfer/-innen: Hole dir Verstärkung! Du kannst nicht überall gleichzeitig sein - Überblick über den Stand haben, Kundengespräche führen, die Kasse überwachen. Hol dir ein paar Helfer/-innen ins Boot und schon ist der Tag auf dem Flohmarkt nicht nur um einiges entspannter, sondern auch geselliger.

     

    Mehr unter www.flohmarktfreunde.de/flohmarkttipps.

     

    Organisation von einem eigenem Flohmarkt:

    Bietet sich an

    • wenn dir ein geeigneter Ort zu Verfügung steht.

    • wenn du viele motivierte Helfer/-innen hast.

    • wenn du ein Organisationstalent bist.

     

    Vorteile:

    • du kannst den Flohmarkt als Benefizflohmarkt aufziehen und damit alle Besucher/-innen auf dein Projekt hinweisen.

    • du kannst eine Standgebühr verlangen, die komplett an dein Projekt beziehungsweise an deine Entsendeorganisation geht.

    • nebenbei kannst du ganz normal über dein Projekt informieren und zum Spenden aufrufen.

     

    Nachteile:

    • großer organisatorischer Aufwand.

    • evtl. Gebühren (je nach Veranstaltungsort).

     

    Wichtig:

    • Veranstaltungsort: Auf öffentlichem Gelände brauchst du in jedem Fall eine Genehmigung der Behörden. Einfacher ist es also, den Flohmarkt auf privatem Gelände zu veranstalten (z.B. bei dir Zuhause, auf dem Gelände des Sportvereins etc.). Es ist nie falsch, vorher beim Bürgerbüro nachzufragen, ob du tatsächlich keine Genehmigung brauchst und/oder, wie du vorgehen solltest.

    • Größe des Flohmarkts: Je größer der Flohmarkt, desto mehr Einnahmen kannst du machen. Aber: Je größer der Flohmarkt, desto größer ist auch der Aufwand und evtl die Kosten. Ab einer gewissen Größe musst du dich z.B. um ein Sicherheitskonzept kümmern (Fluchtwege, Verhalten bei Bränden, Kontakt zu Feuerwehr und Polizei).

    • Helfer/-innen: Genügend Helfer/-innen sind das A und O einer größeren Veranstaltung. Auf der einen Seite brauchst du am Tag der Veranstaltung viele Helfer/-innen (für den Aufbau, Organisation der Stände, evtl. Stände mit Kaffee und Kuchen), auf der anderen brauchst du genügend Leute, die als Standbetreiber/-innen ihren “Trödel” auf deinem Flohmarkt verkaufen möchten.

    • Werbung: Beginne frühzeitig damit, deinen Flohmarkt zu bewerben. Das kannst du über Flyer verteilen, Infozetteln an Schwarzen Brettern, einer Notiz/ einem Artikel in der Regionalzeitung etc. erledigen.

    • Standbetreiber/-innen: Willst du nur Bekannte als Standbetreiber/-innen einladen oder auch fremde Menschen? In jedem Fall musst du dir überlegen, wie sich die Standbetreiber/-innen bei dir anmelden können, und wie hoch die Standgebühr sein soll. Du solltest von vornherein klar stellen, dass du keinen gewerblichen Flohmarkt organisierst (denn dann müssten noch weitere Auflagen erfüllt werden) und somit keine neue Ware verkauft werden darf und gewerblicher Verkauf nicht gestattet ist.

     

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